Vor- und Nachteile von Sponsored Links
 

Vor- und Nachteile von Sponsored Links

Wann ein Einsatz von bezahlten Anzeigen in Suchmaschinen sinnvoll ist.

 

In dem Artikel “Organische Listing vs. Sponsored Links” haben wir Ihnen bereits aufgezeigt, warum man bei seinen Marketing-Aktivitäten in Suchmaschinen das Hauptaugenmerk auf die organischen Ergebnisse legen bzw. die Suchmaschinenoptimierung in den Vordergrund stellen sollte.

Es gibt allerdings ein paar Dinge, die man mit Sponsored Links machen kann, die bei den organischen Listings aber nicht funktionieren und die gerade für Unternehmen mit etwas kleinerem Marketing-Budget interessant sein können.

Zeitliche Eingrenzung

Ein wichtiger Faktor bei der Suchmaschinenoptimierung, den wir auch schon in unserem Artikel “Das sollten Sie unbedingt über SEO wissen” erklärt haben, ist der Faktor Zeit. Die Suchmaschinen benötigen in der Regel ein paar Tage, meistens aber eher ein paar Wochen, bis Änderungen an einer Website vollständig erfasst werden und entsprechend in das Ranking mit einfließen.

Bei den bezahlten Anzeigen, den Sponsored Links, dauert eine Schaltung meist nur wenige Minuten, maximal ein paar Stunden.

Das bedeutet, wer im November mit Suchmaschinenmarketing-Maßnahmen anfangen möchte, um einen Monat später im Weihnachtsgeschäft mitzumischen, der ist für SEO-Aktiväten mit dem Ziel, das Ranking in den organischen Ergebnissen zu verbessern, viel zu spät dran. Ihm bleibt deshalb nur die Möglichkeit, Kampagnen in Google Adwords oder bei ähnlichen Anbietern zu schalten.

Google Adwords - Zeitliche Eingrenzung

Darüber hinaus lassen sich die bezahlten Werbeanzeigen in den Suchergebnissen genau zeitlich definieren. Wer ein Konzert bewirbt, kann genau festlegen, dass die Anzeigen bis zum Tag der Veranstaltung erscheinen, danach nicht mehr.

Optimierungsmaßnahmen für die organischen Suchergebnisse sind dagegen immer auf einen langfristigen Verbleib in den Top10 angelegt, also für Interessenten mit knappem Zeitrahmen oder mit Artikeln, die nur in bestimmten Jahreszeiten ganz besonders gefragt sind, evtl. weniger geeignet. Hier macht eine Konzentration auf bezahlte Anzeigen mehr Sinn.

Regionale und lokale Eingrenzung

Ein weiterer großer Unterschied zwischen den organischen Listings und den Sponsored Links besteht in der regionalen Eingrenzbarkeit. Während die regulären via Google-Algorithmus ermittelten Suchresultate für ganz Deutschland identisch sind, lassen sich die Bezahlanzeigen auf bestimmte Regionen oder auch ganz genaue lokale Bereiche eingrenzen.

Google Adwords - Regionale Eingrenzung

Für einen kleinen Handwerksbetrieb beispielsweise aus der Gemeinde Wölfersheim in der Wetterau mit einer Hand voll Mitarbeiter macht es in der Regel wenig Sinn, bei den Suchanfragen rund um ihre Handwerksdienstleistung in ganz Deutschland vorne zu stehen; sie könnten sich von Anfragen und Aufträgen aus Hamburg, Berlin, Dresden, Stuttgart, München, etc. kaum retten und schon gar nicht alle bedienen.

Gerade hierfür eignet sich die lokale Eingrenzungsmöglichkeit bei den bezahlten Anzeigen besonders gut. So ist es bei Google Adsense zum Beispiel möglich, eine bestimmte Werbeanzeige nur Suchenden anzuzeigen, die aus Hessen kommen. Sogar eine ganz genaue Eingrenzung ist möglich, so dass bspw. nur Anzeigen erfolgen, wenn die Suchenden aus einem Umkreis von 20 Kilometer um Wölfersheim herum stammen.

Diese Feineinstellung ist bei den organischen Ergebnissen nicht möglich. Die lokale Eingrenzung ist dort nur über die Keywordkombinationen möglich, also die Produkte oder Dienstleistung in Verbindung mit dem jeweiligen Ortsnamen als Suchbegriff für eine Suchanfrage.

Exakte Statistiken über den Erfolg einer Kampagne

Während die Suchmaschinenoptimierung zur Verbesserung der Positionen in den organischen Suchresultaten sehr komplex ist und aus einer Vielzahl von Maßnahmen besteht, deren Auswirkungen auf die Suchergebnisse erst mit erheblicher Verzögerung messbar sind, ist es dabei nur schwer möglich, exakt zu bestimmen, welcher investierte Euro, denn erfolgreich war und welcher nicht.

Bei den bezahlten Google Anzeigen besteht hingegen die Möglichkeit, dem auf die Anzeige klickenden Besucher eine Kennung mitzugeben, anhand derer man in auf seiner eigenen Seite weiter verfolgen kann. Letztlich lässt sich damit genau sagen, welcher Besucher, über welchen Suchbegriff zu welchem Preis auf die Seite kam und welche Webseiten er im einzelnen besucht hat und ob er auch etwas gekauft hat und wenn ja für wie viele Euros. Somit kann man beispielsweise exakt auswerten, wie viel Cent ein Besucher im Schnitt kostet, wie viel Umsatz dieser dann macht und was letztlich dabei für ein Gewinn herausspringt.

Das gleiche lässt sich bei den organischen Ergebnissen nicht so einfach nachvollziehen.

Anfällig für Klickbetrug

Auch wenn die Sponsored Links in Bezug auf regionale und zeitliche Eingrenzung sowie exakte Messbarkeit des Erfolges zumindest in diesen Teilbereichen deutliche Vorteile gegenüber der kostenintensiven und zeitaufwendigen Optimierung für die organischen Listings haben, so gibt es auch einen sehr großen Nachteil, nämlich die Anfälligkeit für Klickbetrug.

Die Anbieter solcher Werbeanzeigen versuchen zwar alles technisch mögliche, um Betrügerein vorzubeugen, ganz verhindern können sie es aber nicht. So könnte beispielsweise ein Konkurrent durch regelmäßiges morgendliches Klicken dafür sorgen, dass Ihr Tagesbudget schon früh verbraucht ist und Sie somit nur selten angezeigt werden. Das Marketing-Budget ist somit zum Fenster hinausgeworfen.

Click Fraud - Klickbetrug

Natürlich sprechen die Betreiber immer wieder von Einzelfällen und dass Klickbetrug insgesamt nur einen relativ geringen Prozentsatz ausmacht, doch diverse unabhängige Studien kommen zu anderen Ergebnissen. So lag laut dem Click Fraud Network  der Anteil von betrügerischen Klicks im 4.Quartal 2007 bei stolzen 16,6% und die Tendenz zeigt, dass es immer mehr wird. Außerdem zeigt die Karte deutlich, dass Deutschland im roten Bereich liegt, was Klickbetrug angeht. Es ist also durchaus ein ernstzunehmendes Thema.