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Nofollow und kein Ende

 

Da hatten sich vor zwei Jahren die großen Suchmaschinenbetreiber was ganz tolles ausgedacht: es hieß “Nofollow” und sollte vom jedem, der Kommentare oder Einträge von Dritten zulässt, als Rel-Attribut in einen Hyperlink eingefügt werden, damit die bösen Spammer, die derartige Möglichkeiten für ihre Zwecke missbrauchen, nichts mehr von ihrem Linkspam haben.

Doch die ganze Sache hatte zwei entscheidende Nachteile: zum einen entwertete man mit dem pauschalen “Nein, dem Link bitte nicht verfolgen”, das bei vielen Wikis und Blogs standardmäßig aktiviert ist, nicht nur die bösen Spammer-Links, sondern auch gleichzeitig, wirklich wertvolle Linkverweise, die das Thema erweitern oder aus einer anderen Sicht beleuchten (z.B. Trackbacks). Zum anderen löste es nicht das Problem des automatisierten Linkspams,.

Diesen Übeltätern ist es relativ egal, ob der Link zählt oder nicht. Warum sollten sie auch erst lange ihre Zielblogs überprüfen, ob die Links dort gewertet werden oder nicht. Das kostet immerhin mehr Zeit als ein paar tausend Spameinträge in hunderten von verschiedenen Blogs und irgendwo werden schon ein paar Links dabei sein, die gewertet werden. Außerdem kommt es bei diesen Spammern nicht unbedingt darauf an, dass der Link gewertet wird, sondern darauf, dass über ein Link Besucher auf ihre Website kommen. Und die kommen immer, ob mit oder ohne Nofollow!

Mittlerweile steht für mich fest, dass Nofollow gescheitert ist; was viele  andere  Kollegen  genauso  sehen. Es bekämpft nämlich nicht den Spam, der wirklich schlimm und zeitintensiv in der Kontrolle ist, sondern den, der manuell abgeliefert wird und dieser manuelle Linkspam ist doch wirklich zu vernachlässigen.

Denn wer hat schon Zeit, sich hinzusetzen, tausende Blogs auf Nofollow zu überprüfen und bei denen, die Linkpower vererben einen Eintrag machen, der dann auch noch soviel Inhalt hat, dass er auch bestehen bleibt. Und der wirklich wichtige Linktext ist auch nur beschränkt auswählbar, denn bei Namen, wie “Private Krankenversicherung” oder “Digitalkamera günstig” wird doch jeder hellhörig und den Kommentar sofort löschen.

Gehen wir mal von meinem privaten Blog  aus (das hier wird zu wenig genutzt) und ich gehe jede Wette ein, dass das mit aktiviertem Nofollow genauso wäre:

  • 6.340 Kommentare, davon
  • 6.068 automatisierter Linkspam (95,7%)
  • 8 manuelle Spam-Einträge (0,1%)
  • 264 normale Kommentare (4,2%)

Und eine Frage an alle Nofollow-Befürworter: würdet ihr die 6.068 Kommentare über “Viagra”, “Cialis”, “Diet Pills” etc. in euren Blogs stehen lassen, nur weil der Link für die bösen Spammer ja sowieso nichts zählt? - Wohl kaum!

Soll heißen, falls die o.g. Zahlen repräsentativ wären, würde Nofollow maximal gegen 0,1% der Kommentare helfen und da auch noch nicht einmal gegen alle, denn manche machen ihre manuellen Einträge aus Unwissenheit auch in Nofollow-Blogs von Google-Mitarbeitern .

Übrigens: einfach mal den Artikel “Nofollow nutzt bei Spambekämpfung - alles was man wissen muss! ” lesen. ;)

 
 

Diese News wurde am 22.02.2007 von Daniel Rüd eingestellt.

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Kommentare unserer Leser

  1. 25. Februar 2007, 19:34 Uhr

    Roland Haeder

    Ich habe DoFollow installiert und bin somit gegen rel=nofollow. :) Allerdings musste ich - um meinen Blog erst richtig nofollow-frei zu bekommen - einige Core-Includes editieren. :/ Matt&Co sollten das als Option einbauen: “rel=nofollow einbinden? Ja/Nein”. Dann waeren mehr mit seinem Script gluecklicher.

  2. 10. September 2007, 18:45 Uhr

    Matthias

    Ach, Tante G***le ist einfach zu faul sich was neues einfallen zu alssen. Würde es diesen tag nämlich nicht geben würde der PR Algorythmus eher früher als später zusammenbrechen und die müssten Millionen in ein neues Sytem investieren. Da ist es doch viel einfacher so ein kliens Attribut einzufügen und somit das alte System zu behalten.

 

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