Wieder einmal sorgt eine Liste
(wurde inzwischen wieder entfernt) unter Bloggern für Aufregung (siehe bei Mario
, Frank
, Steffi
und Andreas
), in der eine Vielzahl von Blogs aufgeführt wurden, die in den Kommentaren kein Nofollow-Attribut verwenden und deren Kommentarlinks die Spider der Suchmaschinen somit weiterverfolgen. Das heißt, man könnte diese Liste dazu verwenden, um seine eigene Website mit vielen neuen Links zu versorgen, damit das Ranking in den Suchmaschinen besser wird.
Lizenz zum Spammen
Da inzwischen fast jeder weiß, dass Googles Rankingalgorithmus einen nicht unerheblichen Wert auf das Kriterium legt, wie gut eine bestimmte Website verlinkt ist, meinen viele Hobby-Webmaster und auch einige, die sich selbst als “Suchmaschinenoptimierer” bezeichnen, solche Listen zum Linkbuilding verwenden zu müssen.
Das heißt, man geht Blog für Blog in der Liste durch und hinterlässt in jedem einen mehr oder weniger sinnvollen Kommentar, selbstverständlich mit Angabe der eigenen Website. Da diese “Arbeit” natürlich manuell gemacht werden muss und es viel zu lange dauern würde, jeden Blogartikel, den man kommentiert ausführlich zu lesen, wird der Post häufig nur kurz überflogen und dann ein oder zwei Sätze dazu geschrieben, die meist wenig sinnvoll sind und das ein oder andere Mal auch gar nicht zum Inhalt des Beitrags passen. Dem “Linkbuilder” kann dies aber egal sein, er will ja nur einen Backlink für seine Website.
Leidtragende bei diesen ganzen “SEO-Maßnahmen” sind natürlich die Blogger, die in solchen No-Nofollow-Listen auftauchen. Sie haben nämlich mit unzähligen sinnlosen Kommentaren zu kämpfen, die das liebevoll geführte Blog verunstalten und die sie dann nach und nach wieder Kommentar für Kommentar löschen müssen.
Die Frage, die sich mir in diesem Fall stellt: Wer ist dabei schlimmer? Die Personen, die solche Listen zum Linkbuilding verwenden und in zahlreichen Blogs ihren binären Müll hinterlassen oder diejenigen, die solche Listen herausgeben, in der Hoffnung dadurch mehr Aufmerksamkeit zu bekommen und viele neue eigene Links einzusammeln; ebenfalls auf Kosten unschuldiger und unbeteiligter Dritter?!
Da ich inzwischen den Kommentarspam
auch Leid
bin, habe ich die URL-Eingabemöglichkeit abgeschafft. Verlinkt werden, kann nur aus dem Kommentar heraus mit den entsprechenden HTML-Befehlen. Der jeweilige Kommentar geht dann in die Moderation und wird nur dann freigeschaltet, wenn er sinnvoll ist und die Diskussion weiterbringt. Über andere Möglichkeiten der Verhinderung des Spams habe ich in meinem persönlichen SEO-Blog
schon einmal was geschrieben.
Ich möchte mal versuchen, wie es sich mit den Kommentaren hier im Blog entwickelt, wenn ich die URL-Eingabemöglichkeit wieder einblende. Wer direkt seine Website angibt bekommt einen Link MIT nofollow, wer innerhalb des Beitrags einen Link mit den entsprechenden HTML-Befehlen setzt, bekommt einen Link OHNE nofollow. Allerdings geht dieser Kommentar erst in die Moderation und offensichtliche Werbung wird dann einfach nicht freigeschaltet. Trackbacks und Pings sind generell OHNE nofollow, also wie gehabt.
SEO mit Blogkommentaren?
Irgendwie wirkt das in letzter Zeit auf mich so, als wären das, was früher die Webkataloge waren, in die man sich eintragen sollte, damit Google einen in den Index aufnimmt, nun die Social Bookmarking-Services und die Blogs, vor allem die, in denen ein Link aus dem Kommentar noch für Suchmaschinen zählt.
Da hier mit Sicherheit auch der ein oder andere “Nutzer” solcher Listen vorbeischaut, würde mich mal interessieren, was dieser zu den folgenden Fragen sagt (es gibt zwar kein Backlink, aber hier könnt ihr mal zeigen, dass ihr auch Kommentieren könnt, wenn es nicht gerade einen Link gibt):
- Glaubt ihr wirklich, dass unzählige Verlinkungen aus Blogkommentaren mit unterschiedlichem Namen (=Linktexten), wie Hans, Günter, Georg, etc. die allesamt auf eure Startseite verweisen euch besser für euer Hauptkeyword ranken lassen?
- Glaubt ihr wirklich, dass Google euch mit unglaublich viel Linkliebe belohnt, wenn ihr einen Beitrag kommentiert, der schon seit über einem Jahr nicht mehr verändert wurde, nur, weil er einen PR4 oder höher in der Toolbar aufweist?
- Glaubt ihr wirklich, dass Google es nicht sonderbar findet, wenn innerhalb kurzer Zeit viele Links auf eure Seite verweisen, diese aber fast alle immer wieder genauso schnell verschwinden?!
- Glaubt ihr, Google behandelt die innerhalb des Blogbeitrags von Anfang an redaktionell gesetzten und die nachträglich durch Kommentare in den Blog hinzugekommenen Links identisch?
- Glaubt ihr wirklich, dass Kommentare eine SEO-Allzweckwaffe sind und ihr damit durch Abarbeiten von einer No-Nofollow-Liste zuerst eure Kredit-Seite in die Top10 bringt, danach eure Astrologie-Seite, danach eure Detektei-Seite, danach eure Boot-Seite, usw. ?!
- Könnt ihr mir auch nur eine einzige Seite nennen, die ihr in einem umkämpften Umfeld allein durch die Kraft der Blogkommentare in diese Position gebracht habt? (Die Website bekommt dann auch ausnahmsweise hier aus dem Kommentar einen Link
)
Bin mal gespannt, wie viele reagieren?! Wahrscheinlich niemand…



