Dieser Frage geht Andreas Hoffmann von der SearchLab GmbH
im Firmenblog nach und er kommt dabei in zwei interessanten
Postings
zu überraschenden Ergebnissen.
Während man bisher immer davon ausging, dass Google einen gesetzten Backlink nicht negativ wertet, weil damit ein erhebliches Missbrauchspotential entstünde und man einen Mitbewerber durch schlechte Links somit von den Spitzenpositionen verdrängen kann, deuten die Analysen von Hoffmann daraufhin, dass Google scheinbar doch gesetzte Links nicht immer als Empfehlung und somit nicht immer positiv wertet.
Fallende Positionen und die Suche nach der Ursache
Beispielhaft (wie Hoffman schreibt, aber durch mehrere Fälle analysiert) führt er ein Kundenprojekt an, das in den letzten Monaten immer weniger Besucher über LongTail-Abfragen erhielt. Das heißt, die ganzen Besucher über komplizierte und wenig gesuchte Keywordkombinationen fielen weg, nur die Besucher über einige wenige Hauptkeywords blieben weiterhin bestehen. Es stellte sich die Frage, warum dem so ist. Ein Vergleich der noch gut rankenden und der nun schlecht rankenden Seiten erbrachten Onpage keine Unterschiede, die eine solche unterschiedliche Handhabung seitens Google rechtfertigen würden. Was aber bei den Analysen auffiel war ein Kooperationspartner, der einige neue Links auf das Kundenprojekt gesetzt hat, allerdings nicht nur auf das Kundenprojekt, sondern von den gleichen Seiten auch Links zu spammige Websiten bzw. zu schlechter Nachbarschaft.
Genau diese Links, wo das Kundenprojekt in gleichem Atemzug mit Spam-Seiten oder nicht Google-konformen Webseiten genannt wurde, entfernte man aufgrund der Analyseergebnisse. Bereits nach zwei Wochen konnte man feststellen, dass die Positionen bei den Longtail-Abfragen wieder zurückkamen und neue Besucher wieder den Weg über Keyword-Kombis zur Kundenseite fanden.
Fazit: Backlinks können unter bestimmten Umständen schaden
Die aus dem täglichen und automatisierten Überwachen der Kundenwebseite, der Backlinks und der Positionen gewonnen Daten, lässt für Andreas Hoffmann nur den Rückschluss zu, dass es doch negative Auswirkungen von Backlinks geben kann und zwar dann, wenn eine Website zusammen mit einigen anderen Spam-Seiten genannt werden.
Da ich zu dieser speziellen Thematik selbst noch keine Untersuchungen gemacht habe, kann ich nur meine Meinung wiedergeben, genauere Tests werde ich in der nächsten Zeit aber einmal durchführen.
Aus Google-Sicht ließe sich dieses Vorgehen sogar einigermaßen vernünftig begründen: wenn beispielsweise in einem Blogartikel eine Reihe von Spamseiten aufgezählt wird, dann wird es sich dabei nicht wirklich um eine Empfehlung für die Seiten handeln, sondern eher um eine Warnung, nach dem Motto “Vorsicht vor diesen Seiten, das sind Spammer!”.
Wobei man auch so etwas nicht pauschalisieren kann, denn so könnte es auch Beiträge geben, die eine Reihe von schlechten Seiten aufzählen und dann eine Reihe von guten, die dann leider bei einer solchen Vorgehensweise negativ bewertet würden. Und nach wie vor würde ein solches Rankingverfahren erhebliches Missbrauchspotential beinhalten. Mit einer Reihe von Links zu Konkurrenten und zu schlechten Webseiten könnte man zumindest der Konkurrenz bei den Keywordkombis einen Schaden zufügen.



